Wie die Cognitor Rechtsanwälte mit Libra arbeiten

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Date
7 aug 2026
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7 aug 2026
Ein Werkzeug, das die anwaltliche Arbeit unterstützt – ohne sie zu ersetzen.
Im Gespräch mit Dr. iur. Stephan Schlegel, Fachanwalt für Strafrecht
Die Cognitor Rechtsanwälte gehören zu den festen Grössen der Schweizer Rechtslandschaft. Seit 1932 ist die Kanzlei an der Uraniastrasse 40 in Zürich ansässig – heute als eine der führenden Strafrechtskanzleien der Schweiz mit einem Schwerpunkt im Wirtschaftsstrafrecht und einer ausgewiesenen Expertise im Familienrecht.
Dr. iur. Stephan Schlegel arbeitet dort als Fachanwalt für Strafrecht und ist zugleich Dozent für Betäubungsmittel- und Migrationsstrafrecht an der Universität Basel. Als er ein KI-Tool in seinen Arbeitsalltag integrieren wollte, war die Anforderung für ihn von Beginn an klar: Das System müsse die Schweizer Rechtsordnung, seine Arbeitsweise als Strafverteidiger und vor allem die Vertraulichkeit von Mandaten ernst nehmen. Seine Wahl fiel auf Libra. Im Folgenden schildert er, warum – und wie das Tool seinen Kanzleialltag prägt.
Warum die Wahl auf Libra fiel
Ausschlaggebend war für Dr. Schlegel der konsequente Schweiz-Fokus des Systems. Andere Rechtsordnungen lassen sich gezielt ausschliessen, was das Risiko von Halluzinationen deutlich reduziert.
«Ich möchte kein System, das mir ungefragt Lösungen im deutschen oder europäischen Recht anbietet, sondern eines, das sich spezifisch auf das schweizerische Recht konzentriert und meine juristische Terminologie verwendet.»
Libra sei kein generischer Chatbot, betont er, sondern ein auf den Rechtsbereich spezialisiertes System, das in Gliederungen, Prüfungsschritten und Argumentationslinien denkt und Funktionen bietet, die ein Anwalt für die Mandatsbearbeitung tatsächlich benötigt. Dass ein solches Werkzeug mehr kostet als ein Standard-Chatbot, liegt auf der Hand – der Preis sei aber attraktiv: Zahlreiche professionelle Funktionen stehen ohne eigenen Konfigurationsaufwand bereit, von Assistenten für spezifische Aufgaben über Projekte zur Bearbeitung eines ganzen Rechtsfalls bis zur Arbeit mit vielen Dokumenten. Hinzu kommt ein Datenschutzniveau, das mit der Verantwortung gegenüber Mandantinnen und Mandanten vereinbar ist.
Recherche, Struktur und Sprache
Als Recherche-Tool ist Libra grundsätzlich geeignet: Neben einer Websuche sind OpenCaselaw, Fedlex und Zefix eingebunden, und neu lassen sich auch Publikationen des Staempfli-Verlags abonnieren. Die Auswahl der konkreten Entscheide durch die KI bleibt allerdings zu einem gewissen Teil eine Blackbox – genau hier bleiben nach Einschätzung von Dr. Schlegel eigene Recherche und Bewertung unverzichtbar. KI sei der erste Einstieg und eine Ergänzung, aber kein Ersatz für die Recherche in spezialisierten Datenbanken.
Die eigentliche Stärke sieht er andernorts – in der Generierung, Strukturierung und Verfeinerung von Texten. Für Eingaben, Gutachten und Mandanteninformationen hilft Libra, komplexe Inhalte zu ordnen, Gliederungen zu entwickeln und Formulierungsvarianten zu erarbeiten. Wichtig ist ihm dabei die eigene Handschrift:
«KI ersetzt nicht meine Beurteilung oder meinen Stil, sondern verschafft mir einen gut strukturierten Ausgangspunkt, den ich an meine Bedürfnisse anpasse.»
Die Entwürfe von Libra seien in vielen Fällen grundsätzlich verwendbar, überarbeitet werden sie dennoch bewusst – fachlich wie stilistisch. Texte, die unter seinem Namen erscheinen, sollen weiterhin seine Handschrift tragen.
Ein Sparring-Partner mit eigenen Assistenten
Einen grossen Mehrwert bietet Libra als Sparring-Partner. Grössere Eingaben lässt Dr. Schlegel von einem selbst geschriebenen, auf seine strafrechtliche Arbeitsweise zugeschnittenen Assistenten gegenlesen. Dieser prüft kritisch etwa die Konsistenz der Argumentationsstruktur, berücksichtigt wesentliche Einwände und Alternativsichten und hilft bei der Verdichtung und Präzisierung der Sprache.
Das Beste an Libra sei die Möglichkeit, eigene spezialisierte Assistenten zu erstellen. Für wiederkehrende Aufgaben hat er sich Assistenten geschrieben, die Routinearbeit abnehmen – so etwa einen, der ein E-Mail oder einen Brief vorbereitet, in dem der Klientschaft Inhalt, Bedeutung und Reaktionsmöglichkeiten zugesandter Dokumente erklärt werden. Diese Assistenten lassen sich für das Team freigeben. So entstehen gemeinsame, qualitativ hohe Standards für wiederkehrende Prozesse, ohne dass die individuelle juristische Verantwortung aus der Hand gegeben wird.
Nahtlos im Kanzleialltag: das Word-Plugin
Besonders praxisnah ist für Dr. Schlegel die Einbindung über das Word-Plugin, das er bei der Erstellung von Eingaben und bei der Rechtschreibkontrolle intensiv nutzt. Libra lässt sich damit nahtlos im gewohnten Arbeitsumfeld einsetzen: Gliederungsvorschläge, Formulierungsvarianten oder Verdichtungen entstehen direkt im Dokument, die Rechtschreibung wird kontrolliert, und Texte können in eine andere Sprache übersetzt werden.
Datenschutz, Vertraulichkeit und Verantwortung
Für eine Strafrechtskanzlei ist Datenschutz zentral. Libra unterliegt dem europäischen Datenschutzrecht und bietet damit ein angemessenes Datenschutzniveau nach Schweizer Recht; zusätzlich wird eine Vertraulichkeitsvereinbarung abgeschlossen. Das schafft einen klaren rechtlichen Rahmen für die Arbeit mit sensiblen Mandatsdaten.
Fazit: mächtig, aber kein Ersatz
Nach Einschätzung von Dr. Schlegel ist Libra für alle Rechtsgebiete geeignet. In der Kanzlei wird derzeit nur ein Teil der Funktionen genutzt – fokussiert auf Strafrecht und ausgewählte organisatorische Prozesse. Wer sich mit Libra beschäftigt, findet ein mächtiges, skalierbares System, das sich an unterschiedliche juristische Kontexte anpassen lässt.
Dabei ist ihm wichtig, keine unrealistischen Erwartungen zu wecken: Nur weil man eine KI einsetzt, wird man nicht automatisch um den Faktor 10 oder gar 100 schneller. Was Libra aber sehr effektiv leiste, sei die Reduktion von Aufwand, der faktisch nicht oder nur schwer verrechenbar ist – etwa bei ersten Gliederungsüberlegungen, stilistischen Verfeinerungen oder standardisierten Mandanteninformationen. Die gewonnene Zeit lässt sich dort investieren, wo persönliche Beurteilung und Erfahrung entscheidend sind.
«Für mich als ausschliesslich strafrechtlich tätigen Anwalt ist Libra heute ein integrierter Bestandteil meines Arbeitsalltags – ein Werkzeug, das mich unterstützt und nicht verrechenbaren Aufwand reduziert, ohne meine Handschrift oder Verantwortung zu ersetzen.»
Gerade diese Kombination aus juristischer Spezialisierung, breiter Funktionalität, Teamunterstützung und robustem Datenschutz macht Libra für ihn zu einem KI-System, das sich in eine moderne Strafverteidigung sinnvoll und verantwortungsvoll einfügt.

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