Von Betriebsvereinbarung bis Tarifvertrag: Wie dm juristische Arbeit mit Legal AI sicher und kontrolliert skaliert

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Date
14. 7. 2026
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14. 7. 2026
Wie einer der größten Rechtsbereiche im deutschen Handel Legal AI nicht als Einzeltool, sondern als Unternehmensprojekt einführt – und dabei Governance über Geschwindigkeit stellt.
Die Herausforderungen moderner Rechtsabteilungen
Rechtsabteilungen großer Unternehmen arbeiten heute in einem Spannungsfeld: Das Volumen und die Komplexität juristischer Fragestellungen wachsen, während gleichzeitig die Erwartung steigt, schneller, konsistenter und kosteneffizienter zu liefern. Bei dm-drogerie markt betreuen rund 35 Juristinnen und Juristen ein entsprechend breites Themenspektrum – vom individuellen arbeitsrechtlichen Sachverhalt über Betriebsvereinbarungen bis hin zu Tarifverträgen. Die Herausforderung besteht nicht darin, einzelne Aufgaben punktuell zu beschleunigen, sondern juristische Qualität über eine große, verteilte Mannschaft hinweg verlässlich zu skalieren.
Der Prozess zur Implementierung: Legal AI als Unternehmensprojekt
Statt eines isolierten Werkzeugs verstand dm die Einführung von Legal AI von Beginn an als Unternehmensprojekt. Mehrere Tools wurden getestet, bevor die Entscheidung für Libra fiel – aus fachlich klar begründeten Motiven.
“Wir haben verschiedene Tools getestet – letztlich hat uns bei Libra besonders überzeugt, wie gut sich umfangreiche Dokumentensammlungen und unterschiedliche Assistenten in die tägliche Arbeit integrieren lassen. Die BRAO-Konformität sowie die Einhaltung hoher Datenschutzstandards waren weitere zentrale Kriterien.”
— Lea van Eckert, Syndikusrechtsanwältin Arbeitsrecht, dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
Die Umsetzung erfolgte im Rahmen eines Projekts, das durch dmTECH getragen wurde – ein Signal dafür, dass Legal AI nicht am Rand, sondern in den etablierten Strukturen des Unternehmens verankert ist. Dass juristische Datenbanken und Verlage eingebunden werden, ist dabei keine Komfortfunktion, sondern Voraussetzung: Ohne belastbare, zitierfähige Quellen wäre eine rechtssichere Nachweisführung nicht möglich.
Die Praxis: Wie Legal AI im Arbeitsalltag unterstützt
Im Tagesgeschäft hat sich Libra zu einem festen Bestandteil der Arbeit entwickelt – oft ist es der erste Anlaufpunkt für unterschiedlichste Fragestellungen. Genutzt wird es sowohl für komplexe Sachverhalte mit umfangreichen Dokumentensätzen als auch für alltägliche, praktische Fragen, bis hin zu ersten Antwortentwürfen auf E-Mails interner Kundinnen und Kunden.
“Besonders überzeugend sind die Assistenten, etwa für wiederkehrende Aufgaben wie den Entwurf von Betriebsvereinbarungen. Auch der Vergleich von Tarifverträgen funktioniert für uns ausgesprochen gut.”
— Lea van Eckert, Syndikusrechtsanwältin Arbeitsrecht, dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
Routineaufgaben wie Recherchen oder das Feilen an Formulierungen nehmen deutlich weniger Zeit in Anspruch. Für viele Texte, wie etwa Klageerwiderungen oder Betriebsvereinbarungen, liefert Libra solide erste Entwürfe, die anschließend weiter verfeinert werden. Zugleich verschiebt sich das Anforderungsprofil: Die Bedeutung einer guten Prompt-Formulierung steigt, inklusive der bewussten Entscheidung, welche Quellen herangezogen werden sollen.
Warum Governance wichtiger ist als Tempo
Der entscheidende Unterschied dieses Cases liegt weniger in der Geschwindigkeit als in der Kontrolle. Legal AI entfaltet ihren Wert für eine große Rechtsabteilung erst dann, wenn Ergebnisse nachvollziehbar, konform und einheitlich sind. Genau hier setzt der Governance-Gedanke an: Unternehmensrichtlinien lassen sich zentral in Assistenten hinterlegen und dadurch jederzeit konsistent anwenden.
“Libra hilft dabei, Risiken zu reduzieren, indem Dokumente umfassend analysiert werden, ohne dass wesentliche Aspekte übersehen werden können. Unternehmensrichtlinien lassen sich zentral in Assistenten hinterlegen und so jederzeit konsistent anwenden – das sorgt für einheitliche Qualität und verringert Fehlerquellen.”
— Lea van Eckert, Syndikusrechtsanwältin Arbeitsrecht, dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
BRAO-Konformität und hohe Datenschutzstandards sind dabei keine nachträglichen Anforderungen, sondern waren von Anfang an Auswahlkriterien. Für einen Rechtsbereich dieser Größe ist das keine Nebensache – es ist die Bedingung dafür, ein KI-Werkzeug überhaupt breit ausrollen zu können.
Der Nutzen: Konsistenz statt Einzeloptimierung
Der messbare Gewinn zeigt sich vor allem in Zeitersparnis und hoher Genauigkeit bei der Dokumentenprüfung und in der Qualität der Ergebnisse. Der eigentliche Hebel liegt jedoch eine Ebene höher: Nicht die einzelne Juristin oder der einzelne Jurist optimiert für sich, sondern die Abteilung arbeitet auf einem gemeinsamen, konsistenten Qualitätsniveau. Zentral hinterlegtes Wissen und einheitliche Assistenten sorgen dafür, dass Standards nicht vom Zufall einzelner Arbeitsweisen abhängen.
Fazit: Was andere Rechtsabteilungen daraus ableiten können
KI übernimmt zunehmend repetitive Aufgaben und verschiebt die Rolle der Juristinnen und Juristen stärker in Richtung inhaltlicher und strategischer Arbeit.
Für andere Rechtsabteilungen- oder bereiche lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten:
Erstens entfaltet Legal AI ihren Wert dort, wo sie in bestehende Prozesse, Datenschutzstandards und Berufsrecht eingebettet ist und nicht daneben. Zweitens liegt der größte Hebel nicht in der Einzeloptimierung, sondern in der Konsistenz über viele Mitarbeitende hinweg. Und drittens ist verantwortungsvolle Kontrolle – zitierfähige Quellen, kritische Prüfung der Entwürfe, bewusste Steuerung der Quellen – kein einschränkender Faktor, sondern die Voraussetzung dafür, dass Tempo nachhaltig entstehen kann.
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